BuchBlog: "May Bee" von Tomas Maiden

May Bee vonTomas Maiden


Zum Inhalt:
Mays Leben ist ver- zwickt, zuerst haut ihr Kater ab, dann rettet sie den falschen Mann und zu allem Unglück arbeitet sie auch noch bei der Polizei von Kujai. Ein Paralleluniversum voller Hektik, Irrsinn und Korruption. Sie bekommt die saure Gurke unter den klebrigen Fällen:

Sie muss Konsul Bolaire finden - draußen auf Schloss Taubenschlag. Man sagt, dort würde eine Drogen-baronin ihre Pillen an die Bienen verfüttern. Mysteriös. May bricht mit ihrer Freundin Tuh auf, einer durchgeknallten Kioskbesitzerin, die mit der Laune einer rollenden Zitrone den Fall zum bunten Trip macht. Hinter Mauern aus Honig und zwischen magischen Pilzen entdecken die beiden Entsetzliches...


Meine Meinung:

Zuerst einmal muss ich sagen, dass dieses Buch sich wirklich abhebt vom Mainstream. Es ist eine abenteuerliche, skurile, humoristische, manchmal märchenhafte und dennoch kantige Geschichte, deren Hauptcharakter, Kommissarin May, besonders liebenswert ist.

Im Gesamten wirkt es nicht etwa kitschig, vielmehr muss man sich hier wirklich auf den Mix zwischen Realität und Fantasie einlassen um diese wie ich finde verrückte Reise in vollen Zügen miterleben zu können.

Sicher ist es nicht jedermann Geschmack, aber mich hat gerade die Tatsache, dass es eben so anders ist besonders begeistert! Das ist das schöne bei noch unbekannten Autoren und Erstlingswerken, sie sind immer wieder für eine Überraschung gut und in diesem Fall für eine wirklich positive Überraschung!

Zu guter Letzt hat mir der Autor Tomas Maiden noch ein exklusives ( fiktives) Interview zur Verfügung gestellt, in dem ihr die nette Kommissarin May und ihre Freundin Thusnelda noch ein wenig näher kennen- und lieben lernen könnt, viel Spass!



Fiktives Interview mit May Birgit Calla und Thusnelda del Mare, den Heldinnen aus MAY BEE. Das Interview führte Tomas Maidan, ihr Autor.


Zum Interview im Kiosk Zur grünen Nixeversammeln sich die Drei bei einer Champignon-Suppe. Mayhat mittellange braune Haare, ist Anfang dreißig. Ihr Gesicht lacht rund und klug. Sie trägt dreckige Wanderstiefel. TuhsKopf verschwindet dagegen hinter einem riesigen Scheitel in leuchtendem Pink. An ihren Ohren klappern Plastikelefanten. Sie blickt, als hätte sie gerade in eine Zitrone gebissen und wickelt ein Kaugummi um den ausgestreckten Mittelfinger.


Tomas Maidan:Oh Mann, das ist ja wirklich ein Riesending, dass ich Euch mal in echt treffen kann ... (er blickt verlegen, wie ein Fan, der seine Starsendlich einmal zu Gesicht bekommt.)In den letzten Wochen habe ich ja jeden Tag, jede Stunde an Euch gedacht - und alles mitverfolgt, wie ihr in dieses schreckliche Schloss hinein geraten seid - und am Ende hatte ich auch große Angst, dass Ihr da vielleicht gar nicht wieder rauskommen würdet ...

May:Oh ja, ich auch! Das war wirklich knapp, und ich selbst dachte manchmal, jetzt ist alles vorbei, wir landen auch im Honigbottich und sterben einen süßen Tod, wie ...

Tomas:Psst! Nichts verraten!

Tuh(brummt ungehobelt):Ach, das ist doch alles Gurke! Der Konsul, den wir gesucht haben, wird doch völlig überschätzt. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte der gleich was auf die Zwölf bekommen, und der Fall wäre auf Seite 90 beendet gewesen ...

Tomas:Das glaube ich gerne. Wenn man MAY BEE liest, hatte man eh oft das Gefühl, dass Ihr beide dort einen kleinen Konflikt austragt: Eigentlich will May den Konsul gar nicht finden, sondern sie ist nur hinter diesem fremden Mann her, den sie damals vor dem Bus gerettet hatte. Und May ist immer viel zurückhaltender als Tuh. Die ist nicht so zimperlich, während May ...

Tuh:... die lahme Gurke ...

Tomas:... während May eben sehr sorgsam abwägt, ob man nicht auch mit einer defensiven Haltung etwas erreicht.

May:Richtig! Man darf ja nicht vergessen: Wir hatten es mit einem völlig unberechenbaren Bienenschwarm dort draußen zu tun. Das wissen vielleicht die Leserinnen jetzt noch gar nicht ... - aber ich kann nur warnen!Als die Bienen über mich hinweg geschossen sind, da meinte ich für einen Moment sogar, ihre Sprache verstehen zu können. Das war echt übel. Und wo soll man da zum heiligen Obelix bitte schön draufhauen?

Tomas:Eben. Am Ende sieht man ja, dass Mays Vorgehen, sich langsam mit der Drogenbaronin anzufreunden, viel mehr gebracht hat.

Tuh:Herr Interviewer, Sie brauchen sich bei Frau May gar nicht einzuschleimen, die ist längst vergeben ...

Tomas:Ah so. Gut, nächste Frage: Wie wart Ihr denn mit der Arbeit von Eurem Autor zufrieden?

May:Ein Autor? Puh, der ist mir jetzt gar nicht so aufgefallen. Ich hatte vielleicht auch nur Augen für Jo. Die Nacht mit ihm auf dem Baumhaus war wirklich herrlich. Wie ein Schritt in eine neue Welt. Von dort oben konnte man über alles viel besser nachdenken: Über mein verkorkstes Leben bei der Polizei von Kujai, über die schrecklichen Kollegen im Kommissariat. Jo hat mich irgendwie gerettet. Oder andersrum? Ich habe ihn gerettet ... May be. Aber ein Autor? Na ja, manchmal hatte ich das Gefühl, in meinem Kopf tanzten sonderbare Gedanken. Als ich unter dem Bienenschwarm beinahe begraben wurde - da glaubte ich, die Sprache der Bienen verstehen zu können! Das war völlig schräg ... beängstigend. Ich habe in Honigbuchstaben gedacht, ich sah die Struktur des Bienenstocks, ich spürte den raschelnden Rhythmus der Bienen. Da habe ich schon gemerkt, dass hier etwas nicht stimmt. Ziemlich surreal! Und diesen Mist hat mir der Autor eingeredet? Krass.

Tuh:Surreal ist immer stark! Ich finde, dieser Autor hat irgendwie Wumms. Wenn er Drums spielen könnte, könnte der in meiner Band anfangen. Er hat Sinn für Rhythmus. Ach, das wissen die Leserinnen noch gar nicht? Dass ich in einer Band spiele? Naja, ist auch Gurke. Am liebsten hätte ich am Ende noch ne Extrarunde mit dem Hubschrauber gedreht, und dem Konsul hätte ich auch gerne noch mal ordentlich in seinen fetten Arsch getreten ... Aber das hat dieser Autor wohl nicht gepeilt gekriegt.

Maidan:Na, na, na...

Tuh:Doch, doch, doch .... Sehen Sie, genau das meine ich: Wie sie jetzt schon gucken, Herr Interviewer! Das ist so ein typisches Gurken-Gesicht! Es geht im Leben aber darum, nicht zu den Gurkenzu gehören, sondern zu den Zitronen!Und dieser Autor, der scheint mir auch so ein bisschen gurkig zu sein!

Tomas(ist nicht besonders erbaut vom Gesprächsverlauf):Also, ich finde ...

May:... dass das unsere Leserinnen lieber selbst entscheiden sollten.

Tomas:Genau.

May:Außerdem hat mir an dem Autoren gefallen, dass er mich daran erinnert hat, dass es vielleicht doch so eine Art Wiedergeburt geben könnte. Ich hatte oft das Gefühl, dass ich vielleicht in meinem früheren Leben ein Walfänger gewesen sein könnte! Wir haben ja eine ausgedehnte Flussfahrt machen müssen, um zu dem Schloss zu kommen. Das war schon aufregend ...

Tomas:Fand ich auch.

May:Finden Sie auch? Und vielleicht gibt es eine Fortsetzung von MAY BEE, wo der Autor das mal genauer untersuchen könnte? Also, als Walfänger würde ich schon gerne mal auf Expedition gehen!

Tuh:Du bist und bleibst ne Streberin, May. Wie die Biene Maja. Jetzt willst du dich beim Autor einschleimen, damit du die Hauptrolle im nächsten Buch kriegst. Also, mir persönlich ist das Gurke. Ich mache sowieso nur, was mir passt. Wer weiß, vielleicht fackel ich morgen meine Kiosk-Bude ab, und spiele in den Flammen Bass dazu! Lache wie Kaiser Nero über dem brennenden Rom! Hehe. Das gibt eine geile Wechselwirkung zwischen der feinstofflichen und der grobstofflichen Resonanz.

Tomas:Also, von mir aus gerne! Ich bin ja nur der Laschie, der am Ende alles aufschreiben muss ...

Tuh:Tja, Augen auf bei der Berufswahl. So wir müssen dann weiter. Bengalische Experimente. Ich fackel noch was ab.

Tomas:Schöne Sache.

May:Und ich muss mich um meinen Kater kümmern. Der haut sonst gerne mal ab. Also, Tschüß dann. Hat mich sehr gefreut. Vielleicht sieht man sich mal auf einem Walfänger? Ich bin diejenige, die an der Harpune steht.

Tomas:Wir erkennen uns sicher. Macht es gut!


Infos zum Buch:
May Bee vonTomas Maiden
Verlag:
Books on Demand; Auflage: 1
ISBN:978-3734782299


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